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12.10.2017

Wege zur Metropole Ruhr – Heimat im Wandel. Eine fotografische Zeitreise durchs Ruhrgebiet.

Das Ziel des Teamausflugs von Boksteen & Friends im September war der „Kubus“ im Haus Weitmar auf dem Gelände der Situation Kunst in Bochum, in dem noch bis Dezember eine ganz besondere Fotoaustellung gezeigt wird, die wir Euch in unserem heutigen Blog vorstellen möchten.

      Eingang-zur-Ausstellung

Die „Situation Kunst“ ist ein Museum im Park des Haus Weitmar in Bochum, mit einer Dauerausstellung bedeutender Werke der Gegenwartskunst.
Das Haus Weitmar selbst ist ein ehemaliger Adelssitz aus dem 13. Jahrhundert, stilecht mit einem Wassergraben umgeben, der durch seinen modernen Kubus-Anbau besticht. Teile des Gebäudes wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört, die Ruinen des Herrenhauses sind seit dem 26. April 1995 als Baudenkmal geschützt. Der moderne Kubus-Anbau wurde 2010 im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas errichtet und in die Ruine des Haus Weitmar hineingebaut.

In der ersten Etage dieses besonderen Gebäudes wird aktuell die Fotoaustellung Wege zur Metropole Ruhr – Heimat im Wandel gezeigt.

Haus-Weitmar Blick-Ausstellung
Den Mittelpunkt der Ausstellung stellen hunderte, im Abstand von rund vierzig Jahren aufgenommene Fotopaare dar, die den Besuchern verdeutlichen, wie sich die Heimat und gleichzeitig die Soziologie der Metropole Ruhr gewandelt hat.

Die Grundlage zur Entstehung dieser Ausstellung bilden Fotos von 600 repräsentativen Standorten im Ruhrgebiet, die 1972 per Zufallsprinzip ausgewählt wurden. An diesen Standorten wurde je ein Foto durch einen Studenten der Fachhochschule Dortmund erstellt. Ein Teil dieser Fotos wurde im Jahr 1972 im Folkwang Museum im Rahmen der Ausstellung „Szene Rhein-Ruhr`72“ gezeigt.

Zwischen 2012 und 2016 wurden diese Standorte erneut besucht und fotografiert. Diese Fotopaare, die z.B. Gebäude, öffentliche Plätze und Felder zeigen, werden in der Ausstellung zusätzlich durch Luftbilder ergänzt, wodurch dem Betrachter der Wandel im noch größeren Kontext veranschaulicht wird.

Hier zeigen wir Euch einige ausgewählte Bilderpaare:

Bochum-Laer

Bochum-LaerDas Opel-Werk in Bochum-Laer damals und heute. Die Post-Tochter DHL baut auf dem ehemaligen Opelgelände ein Mega-Paketzentrum. Der Abriss der Gebäude hat bereits begonnen.

Oberhausen-Alstaden

An der Landwehr, im Oberhausener Stadtteil Alstaden, hatten die damaligen Anwohner noch einen Blick auf weitläufige Wiesenflächen. Heute führt hier die Bahnstrecke Duisburg-Mülheim-Styrum entlang und der Bau zahlreicher Mehrfamilienhäuser führte zu einer dichten Besiedlung in dem beliebten Stadtteil.

Oberhausen-Alstaden

Mülheim-Stadtmitte

Anhand dieses Bilderpaares aus Mülheim wird die städtebauliche Veränderung innerhalb der Innenstadt besonders deutlich. Die berühmtesten Hochhäuser Mülheims, die „Iduna-Hochhäuser“ standen auch damals schon, doch die Mehrfamilienhäuser von einst sucht man heute vergeblich. Jetzt findet man hier eine Gastronomiemeile auf einer verkehrsberuhigten Fußgängerzone.

Muelheim-Mitte

Essen-Frohnhausen

Auch in Frohnhausen wird der Wandel seit den 70er Jahren sichtbar. Das Freibad West an der Nöggerathstraße war 1972 gerade vier Jahre alt. Im Jahr 2000 musste es aus Kostengründen geschlossen werden. 2004 wurde der Bebauungsplan rechtskräftig und eine Wohnsiedlung mit zweistöckigen Häusern entstand.

Essen-Frohnhausen

Neben den Fotos und deren wissenschaftlicher Auswertung die mit Hilfe von Statistiken, Typisierungen und Kartogrammen sichtbar gemacht wird, ergänzen Videointerviews mit Bewohnern der fotografierten Standorte sowie künstlerische Arbeiten und Zukunftsentwürfe die Ausstellung.

Studierende der Landschaftsarchitektur entwarfen spannende Zukunftsvisualisierungen für verschiedene Orte des Ruhrgebiets für das Jahr 2056.

Auch der Zeichner Gottfried Müller hat eine Zukunftsvision des Ruhrgebiets gestaltet und dazu  seine Vorstellung der zukünftigen Stahlstrasse in Essen auf sehr unterhaltsame Weise illustrativ festgehalten. In seinem Werk finden sich z. B. die „Raucherwohnung mit vorschriftsmäßigem Abgasfilter“ und die „Drohnen-Transportstation“ auf dem Dach.

Auch die eigenen Zukunftsvisionen können Besucher hinterlassen und diese in Form von Texten und Zeichnungen in den „Zukünfte-Kasten“ an der Kasse einwerfen.

Bilderwand-1972

Während unserer Führung mit Projektkoordinatorin Constanze Nehring ist uns immer wieder vor Augen geführt worden, dass das Ruhrgebiet so vielfältig und gegensätzlich wie kaum eine andere Region ist.

Wo früher noch Industrie zu sehen war, befindet sich heute ein Supermarkt. Das Zechenhaus von damals steht zwar noch, allerdings jetzt mit neuer Fassadenfarbe und modernem Anbau.

Neue Fahradwege, verkehrsberuhigte Zonen und Grünflächen sind hinzu gekommen, viele Baulücken sind geschlossen worden und ehemalige Zechengelände werden längst neu genutzt. Der Industriecharakter der Region ist noch sichtbar, aber längst nicht mehr vorherrschend.

Da unser gesamtes Team aus dem Ruhrgebiet stammt, war es für uns besonders spannend, die Bildpaare der jeweiligen Heimatstädte ausfindig zu machen und die Fotopaare zu vergleichen. Ein kluges Leitsystem innerhalb der Ausstellung hat uns uns dabei schnell zu den richtigen Standorten geführt.

Ausstellung-Heimat-im-Wandel

Wusstet Ihr übrigens, dass bei Ruhrpottlern die aus dem Urlaub heimkehren, der Anblick der typischen Hochöfen dieselben positiven Emotionen erzeugt, wie bei den Österreichern der Blick auf die Berge?

Diese sogenannten Landmarken, wozu z.B. Bergehalden, Fördertürme, Gasometer und Hochöfen gehören, haben heute ihre ursprüngliche Funktion weitestgehend verloren. Sie stellen innerhalb des Ruhrgebiets gut sichtbare Orientierungspunkte dar und bieten innerhalb der Neunutzung ein großes Potential. Dies wird am Beispiel des Landschaftspark Duisburg sichtbar. Ob Open-Air Kino, Kunstausstellung oder Street Food Festival – die neuen Nutzungsmöglichkeiten solcher ehemaligen Industrieflächen sind scheinbar endlos.

Neue Einblicke und Ausblicke, veränderte Perspektiven und eine Sicht auf die Zukunft des Ruhrgebiets. All dies haben wir von unserem Besuch der Ausstellung mitnehmen können und möchten deshalb allen Ruhrgebietsfans und denen, die es noch werden möchten, diese Ausstellung ans Herz legen.

Unternehmt eine Zeitreise und taucht ein in den Wandel Eurer Heimat!

Unser TIPP:
Nach dem Besuch der Ausstellung könnt Ihr noch in der schönen Rösterei Baristoteles im Erdgeschoss des Haus Weitmar leckeren Kaffee und Kuchen genießen und den Tag bei einem Spaziergang im Schlosspark oder im nahegelegenen Bermuda-Dreieck ausklingen lassen.

Wir wünschen Euch einen tollen Ausstellungsbesuch!
Euer Team von Boksteen & Friends

Informationen zur Ausstellung:

„Wege zur Metropole Ruhr – Heimat im Wandel“
16. September 2017 bis 03. Dezember 2017
Im Kubus/Haus Weitmar, auf dem Gelände der „Situation Kunst“

Nevelstr. 29, Bochum
Parken: Schlossstr. 98
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18 Uhr + Sa/So und Feiertags 12-18 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,00 € Kinder ab 12 Jahre 1,00 €
Schulklassen sind nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten willkommen.

Das Projekt ist eine Kooperation von JoScha Kulturprojekte und der Ruhr-Universität Bochum, gefördert von der Brost-Stiftung, der Stiftung Mercator, der innogy Stiftung und der RAG-Stiftung.

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