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22.01.2012

Lost Places: Kohle, Autos und Ruinen

Wir schreiben in etwa das Jahr 1913 und befinden uns tief im Westen. Im Ruhrgebiet qualmen die Schlote und tonnenweise Kohle wird aus der Erde geholt.

Noch tiefer im Westen, in der US-Amerikanischen Stadt Detroit, fließen die ersten Automobile von Henry Ford übers Band.

Das Ruhrgebiet hat sich zur Industriemetropole entwickelt. Von Duisburg bis Unna und von Witten bis Recklinghausen ragen Fördertürme und Gasometer gen Himmel. Mannigfache Wohnsiedlungen entstehen. Es zieht immer mehr Menschen ins Revier, einstige Dörfer sind nun Großstädte.

Im Amerikanischen Bundesstaat Michigan, beginnt die Blütezeit Detroit´s. Die Autostadt wird zum Aushängeschild der US-Wirtschaft. Die drei großen: Ford, General Motors und Chrysler lassen sich hier nieder. Die Wirtschaft boomt und Geschäfte und Fabriken schießen wie Pilze aus dem Boden. Immer mehr Menschen finden in „Motown“ ihre neue Heimat. Bald schwimmt die Stadt im Geld und leistet sich ein Prestigeduell mit New York und Chicago: Wer baut den höchsten Wolkenkratzer!

Im Jahre 1962 wird General Motors das Opel Werk in Bochum eröffnen. Während die Kumpel mit ihrem Kadett zur Hütte fahren, kriselt es bereits im Ruhrbergbau. Um die amerikanische Autoindustrie steht es allerdings nicht besser. Im Ruhrgebiet beginnt das „Zechensterben“ und in Detroit schließen reihenweise Autofabriken. Zu Mitte der 1970er kommt es zu einer Weltwirtschaftskrise. Die Talfahrt nimmt ihren Lauf. Nach und nach werden Industriestandorte an Rhein und Emscher stillgelegt. Währenddessen geht es in Detroit so schnell bergab, wie es damals bergauf ging. Tausende Menschen verlieren ihre Arbeit. Es folgt ein rasanter Bevölkerungsschwund. Die Innenstadt zerfällt. Bald stehen Fabrikhallen, Geschäftsgebäude, Theater, Schulen und Krankenhäuser leer. Die amerikanische Erfolgsstory wird zur Tragödie. Das einst prachtvolle Detroit vegetiert zur Geisterstadt.

In Krisenzeiten ergeben sich Chancen und so haben sich im Ruhrgebiet mit dem Niedergang der Montanindustrie neue Möglichkeiten aufgetan. In den letzten Jahren arbeitete man gemeinsam für den Turnaround. Der Strukturwandel wurde weites gehend erfolgreich gemeistert, dabei wurden vielerorts alte Industriegelände zu Touristenattraktionen aufgehübscht.

Die „aufgepeppelten“ Gelände, wie eine Zeche Zollverein, ein Landschaftspark Nord oder eine Neue Mitte sind inzwischen allzu bekannt. Wir möchten uns im Folgenden den vergessenen, zerfallenen und verruchten Ecken im Ruhrgebiet und auch in Detroit zuwenden.

Auch diese Orte besitzen ihren Charme! Wenn auch ihren eigenen.

Duisburg Bruckhausen | Foto: kahape*

Duisburg Hochfeld | Foto: kahape*

Rackham Building | Foto: Robert Yanal

Lee Arden Apartments–Detroit MI | Foto: Courtesy Anthony Lockhart

Schweinebrücke | Foto: Michael Sonnabend

Dortmund Vehoff-Haus | Foto: .patrick.

Dortmund – Hochofenstraße | Foto: abdullah.saheem

cass tech detroit | Foto: Detroitmi97 Aka Mark The kid

devon building Detroit | Foto: Detroitmi97 Aka Mark The kid

cass tech Detroit | Foto: Detroitmi97 Aka Mark The kid

Schule, Horsthausen | Foto: ruhrblicke

Foto: Sebastian //Becker

Heidelburg Color | Foto: fitforeverphotography.com

The GAR | Foto: fitforeverphotography.com

Foto: THE ENGRAVER- Dortmund -

Abandoned Detroit 4 | Foto: PhillMono

Book Tower | Foto: mgsmith

 

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