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26.10.2011

Der Albtraum: Mietnomaden

Mietnomaden sind Personen, die von einer Mietwohnung in die nächste ziehen, mit der Absicht, gar keine Miete oder nur zeitweise zu zahlen. Juristisch wird dies als Einmietbetrug bezeichnet, denn der Mietnomade sucht sich seine Opfer nicht wahllos aus, sondern ihm ist bereits zu Beginn des Mietverhältnisses klar, dass er die eingegangenen Verbindlichkeiten nicht erfüllen kann.

Ursachen

Ursachen der Zahlungsunfähigkeit liegen meist im persönlichen Umfeld wie Arbeitslosigkeit, Scheidungen oder gesundheitliche Probleme. Hier reicht das Geld dann nicht mehr für die Mietzahlungen. Teilweise betreiben Mietnomaden ihr Vorgehen auch schon professionell und wollen einfach nicht zahlen. Hier werden solche Einmietbetrüger durch das deutsche Recht begünstigt, da ein Vermieter erst kündigen kann, wenn der Mieter mit seinen Zahlungen zwei Monatsmieten im Rückstand ist (vgl. § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB).

Für Laien nicht erkennbar

Für den Normalbürger ist ein Mietnomade vor Abschluss des Mietvertrags nicht zu erkennen. Mietnomaden legen es bewusst darauf an, einen seriösen Eindruck zu vermitteln, wenn sie das erste Mal auf ihr potentielles Opfer treffen.

Vortäuschen besonderer Vertrauenswürdigkeit

Sie fahren mit einem größeren Auto vor, haben ein gepflegtes Äußeres und drücken sich gewählt aus. So vermitteln sie den Eindruck, zukünftig ein zuverlässiger und solventer Mieter zu sein. Beim Besichtigungstermin geben sie sich seriös und äußerst sympathisch. Die Kaution können die Einmietbetrüger meist sofort und in bar bezahlen, so dass der Vermieter den Eindruck bekommt, dass die Bonität des künftigen Mieters kein Problem darstellt. Ist der Mietnomade dann erst einmal in der Wohnung beginnt eine Odyssee für den Vermieter, um dieses Problem wieder loszuwerden.

Die Miete bleibt aus

Alles beginnt damit, dass die ersten Mieten ausbleiben. Der Mietnomade hat auf Anfrage sofort Ausreden parat, z.B. er habe die Kaution vom Vormieter noch nicht zurück, momentane Liquiditätsengpässe, Fehler der Bank bei der Überweisung etc. Denkbar ist auch, dass er sich komplett tot stellt, d.h. er ist für den Vermieter nicht erreichbar. Der Vermieter schreckt zunächst vor rechtlichen Schritten zurück, denn das Mietverhältnis hat ja gerade erst begonnen und der Vermieter ist an einem ungestörten Verhältnis mit seinem Mieter interessiert.

Ausreden ohne Ende

Wenn die Anfragen des Vermieters dann drängender werden, behauptet der Mietnomade, dass die Wohnung Mängel aufweist und die Miete deshalb nicht gezahlt würde (sog. Mietminderung, vgl. § 536 BGB). Will der Vermieter die erfundenen Mängel überprüfen, werden die vereinbarten Termine zur Wohnungsbesichtigung kurzfristig abgesagt oder immer wieder verschoben. Dazu behauptet der Mietnomade oft, dass Schreiben des Vermieters nicht angekommen seien. Hier genügt daher auch ein einfaches Einschreiben nicht, um auf der sicheren Seite zu sein, da der Mietnomade behaupten kann, dass das Einschreiben leer war bzw. einen anderen Inhalt hatte.

Verzögerungstaktik

Hierdurch zögert der Einmietbetrüger das Mietverhältnis um wertvolle Monate hinaus, Monate in denen der Vermieter keine Mieteinnahmen erhält und somit Geld verliert. Schließlich muss der Vermieter einsehen, dass er dazu gezwungen ist, seinem „Mieter“ fristgerecht und ordnungsgemäß zu kündigen, da der Mietnomade sein Verhalten nicht ändern wird. Eine solche Kündigung ist erst möglich, wenn der „Mieter“ mit zwei aufeinander folgenden Mieten ausgefallen ist und der Zugang der Kündigung muss nachweisbar sein.

Kündigung genügt nicht

Mit einer Kündigung ist es aber nicht getan, denn der Mietnomade zeichnet sich eben dadurch aus, dass er, obwohl er keine Miete zahlt auch nicht beabsichtigt, die Wohnung freiwillig wieder zu verlassen. Also ist der Vermieter gezwungen, sein Recht auf Rückgabe der Wohnung durch den gekündigten „Mieter“, gerichtlich im Wege der Räumungsklage durchzusetzen.

Langwieriger Gerichtsprozess

Auch hier wird der Mietnomade zunächst widersprechen und Mängel der Mietsache anführen, womit er weitere Zeit ausreizt. Der Vermieter muss dann unter Umständen auf seine Kosten Gutachter bemühen. Selbst wenn ab jetzt alles reibungslos verlaufen sollte, zieht sich ein Räumungsklageprozess oft über Monate hin. Die Mühlen der Justiz mahlen bekanntlich langsam. Viele Mietnomaden sind zudem juristisch versiert und wenden ausgefeilte Verzögerungstaktiken an, um den Prozess zusätzlich in die Länge zu ziehen. So kann es über 12 Monate dauern bis ein recht-kräftiges Urteil zustande kommt. Im Anschluss an einen erfolgreichen Gerichtsprozess vergeht wieder wertvolle Zeit mit schmerzlichen Mietausfällen, bis der Gerichtsvollzieher das Urteil vollstreckt, d.h. mit der Räumung der Wohnung beginnt.

Hohe Kosten

Dabei muss der Vermieter mit sämtlichen Gerichts- und Anwaltskosten in Vorleistung treten. Ebenso verlangt der Gerichtsvollzieher einen Räumungsvorschuss, immerhin ca. € 1.000 pro Zimmer.

Gesamtschaden in Millionenhöhe

Nach Schätzungen vieler Wohnungs- und Grundbesitzervereine lagen die Mietausfälle durch Mietnomaden im Jahre 2005 bei etwa € 2,2 Milliarden. Dies betrifft allein die Mietausfälle und enthält noch nicht die Ausgaben, die dem Vermieter durch Gerichtskosten, Anwaltsgebühren, Zwangsräumung und anschließender Sanierung des Mietobjekts entstehen. Ein einziger Mietnomade verursacht einen durchschnittlichen Gesamtschaden von € 22.000 bis € 44.000. Dies kann im Einzelfall für den Vermieter den Ruin bedeuten.

Prozess- und Renovierungskosten

Der Vermieter muss mit den Prozesskosten für Gericht und Anwalt sowie den Kosten der Zwangsräumung in Vorleistung treten und bleibt grundsätzlich auf den kompletten Kosten sitzen, da beim Mietnomaden in der Regel nichts zu holen ist. Dazu kommt, dass die Mietwohnung häufig durch den Mietnomaden verwüstet wurde und nun erst saniert werden muss, bevor sie wieder vermietet werden kann. Dem Vermieter entstehen so leicht Schäden von mehreren € 10.000.

Finanzieller Ruin

Schließlich sind auch die ausgefallenen Mieten zu berücksichtigen, die während der gesamten „Mietzeit“ vom Mietnomaden nicht gezahlt wurden. Besonders hart trifft es hier Eigentümer, die ihre Immobilie zur Altersvorsorge erworben haben oder deren Immobilie mit einer Hypothek belastet ist. Du bist auf pünktliche Mietzahlungen angewiesen und kannst dir keinen Finanzierungsausfall leisten. Im Einzelfall droht dem Eigentümer durch den Einmietbetrug der finanzielle Ruin und er muss seine Immobilie wieder verkaufen, meist weit unter Wert, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Notwendigkeit professioneller Vermietung

Im Jahre 2005 gab es ca. 550.000 bis 600.000 Mietnomaden in Deutschland, mit steigender Tendenz. Bereits 30 % aller Mietverhältnisse gelten als belastet, d.h. es kommt zu unregelmäßigen Mietzahlungen. Daher ist es wichtig, bereits vor Beginn des Mietverhältnisses genau zu schauen, wen man da eigentlich in sein wertvolles Wohnungseigentum lassen will.

Mangelnde Erfahrung privater Vermieter

Viele Vermieter belassen es hier bei einem persönlichen Gespräch, um sich ein Bild von ihrem künftigen Mieter zu machen. Dies reicht nicht aus! Mietnomaden lassen sich nicht so leicht erkennen, da sie es gerade darauf anlegen einen seriösen und sympathischen Eindruck zu vermitteln. Da sie hierbei auch meist sehr erfolgreich sind, ist es für einen Laien praktisch unmöglich einen Mietnomaden bereits vor Abschluss des Mietvertrages zu entlarven.

Der Profi sieht mehr!

Hier ist professionelle Hilfe gefragt, die Ihnen nur eine professionelle Wohnungsvermittlung bieten kann. Mietnomaden nutzen auch kleine Nachlässigkeiten sofort zu ihren Gunsten aus. Ihr Vermittler sollte unbedingt über ein funktionierendes Frühwarnsystem und ein durchdachtes Krisenmanagement verfügen. Der Profi erhält allein durch seine Erfahrung mit potentiellen Mietern häufig einen anderen Eindruck als der Eigentümer, der sich als Laie meist nur alle paar Jahre um neue Mieter bemühen muss. Der professionelle Wohnungsvermittler weiß auch die Fragen zu stellen, die einen Mietnomaden in Erklärungsnot bringen. Daneben verfügt der Vermittler auch über zahlreiche Kontakte zu Unternehmen, Behörden und Kollegen aus der Immobilienbranche, durch die er weitere Informationen über einen möglichen Mietnomaden erhalten kann. Ebenso kann er über Auskunfteien und spezielle Datenbanken einfacher als der normale Vermieter mögliche Zweifel an der Bonität des künftigen Mieters aufspüren und diesen nachgehen. Angesichts des Schadens, den ein einziger Fall eines Mietnomaden anrichten kann, ist die Beauftragung eines professionellen Wohnungsvermittlers eine gut angelegte Investition.

Möglichkeiten, nach Einzug des Mietnomaden

Neben einem ausgereiften und in der Praxis eingehend erprobten Früherkennungssystem im Vorfeld eines Mietverhältnisses, können wir Ihnen auch beistehen, wenn Du bereits einen Mietnomaden in Deiner Wohnung hast oder auch bereits dann, wenn Dein Mieter mit mehreren Mietzahlungen in Rückstand geraten ist. Wir beraten Dich gerne darüber, wie Du gerichtlich gegen Deine zahlungsunwilligen Mieter vorgehen kannst und wie Du den juristischen Verzögerungstaktiken des Mietnomaden am besten begegnest. Wir kennen auch aussergewöhnliche Wege, die einen Mietnomaden dazu bewegen, das Mietobjekt so schnell wie möglich freiwillig und auf Dauer wieder zu verlassen. Dabei bieten wir Dir natürlich nur juristisch einwandfreie Lösungen, da es sinnlos wäre, dem Mietnomaden weitere Argumente an die Hand zu geben.

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1 Kommentar

  1. klebefolie 02.12.2016 | 16:40 Uhr

    Hier habe ich einige wertvolle Informationen erhalten die bestimmt sehr hilfreich sein werden. Danke dafür.

    Gruß Anna

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